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Wärmepumpe oder Gasheizung: Was lohnt sich mehr?

Wärmepumpe oder Gasheizung: Was lohnt sich mehr?

Neue Gasheizungen sind seit der Reform des Heizungsgesetzes laut Stiftung Warentest wieder ohne 65-%-Vorgabe erlaubt – die Frage nach der wirtschaftlicheren Lösung stellt sich damit neu. Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist in der Anschaffung teurer, wird aber gefördert, verursacht laut Fraunhofer-Feldtest deutlich weniger CO2 und kann im Betrieb günstiger sein. Neue Gasheizungen müssen dagegen ab 2029 schrittweise klimaneutrale Brennstoffe nutzen, deren Kosten heute niemand kennt.

Die neue Rechtslage: Gasheizungen sind wieder erlaubt

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzt worden. Laut Stiftung Warentest ist die Pflicht gestrichen, dass neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Neue Öl- und Gasheizungen sind damit wieder erlaubt. Auch das Betriebsverbot für alte Kessel und das Enddatum 2044 für fossile Heizungen entfallen. Die Verbraucherzentrale bestätigt, dass das GModG das GEG abgelöst hat und die 65-%-Vorgabe weggefallen ist.

Zum genauen Zeitpunkt: Nach Angaben von cleanthinking gelten die neuen Heizungsregeln seit dem 29.07.2026. Diese Angabe stammt aus einer Sekundärquelle; maßgeblich ist die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt.

Was neue Gas- und Ölheizungen künftig erfüllen müssen

Ganz ohne Auflagen kommen neue fossile Heizungen nicht aus. Laut Stiftung Warentest gilt für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen eine sogenannte Bio-Treppe:

  • Ab Januar 2029 müssen mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe eingesetzt werden, etwa Biomethan oder Grüngas.
  • Der Anteil steigt schrittweise auf 60 % ab Januar 2040.
  • Für Energieversorger gilt ab 2028 eine Grüngas- beziehungsweise Grünheizölquote von bis zu 1 %.
  • Vermieter, die eine neue fossile Heizung einbauen, tragen die Hälfte des CO2-Preises.
  • Neubauten müssen ab 2030 Nullemissionsgebäude sein.

Für Ihre Kostenplanung bedeutet das: Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, muss in wenigen Jahren einen wachsenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe beziehen. Wie viel diese kosten werden und wie sich der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe entwickelt, lässt sich heute nicht verlässlich vorhersagen. Dieses Preisrisiko tragen Sie über die gesamte Lebensdauer der Heizung.

Mehr dazu: Zukunftssicher bauen und sanieren.

Anschaffung und Förderung

Eine Gasheizung ist in der Anschaffung in der Regel günstiger als eine Wärmepumpe. Für die Wärmepumpe gibt es dafür Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Für Anträge ab dem 21.07.2026 gilt laut Stiftung Warentest:

Was der Umstieg im Detail kostet – mit allen Einzelposten, Gasanschluss und Rechenbeispiel – lesen Sie im Ratgeber Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Kosten 2026.

  • Grundförderung: 30 %
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 %, ab 01.02.2027 halbjährlich 4 Prozentpunkte weniger – nur für Selbstnutzer, die eine funktionierende Öl- oder Gasheizung ersetzen
  • Einkommensbonus: 40 %, 30 % oder 10 %, je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €
  • Förderfähige Kosten: bis 28.000 € für die erste Wohneinheit, Höchstfördersatz insgesamt 80 % (co2online)

Beispielrechnung, Annahme: förderfähige Kosten von 28.000 €, Selbstnutzer tauscht eine funktionierende Gasheizung, kein Einkommensbonus. Grundförderung 30 % plus Klimageschwindigkeitsbonus 16 % ergeben 46 % – das sind 12.880 € Zuschuss.

Wichtig für die Planung: Laut Stiftung Warentest und co2online ist ab 2027 geplant, die Grundförderung auf 15 % zu senken und einen Bonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen einzuführen. Die Details stehen noch aus. Alles Weitere lesen Sie im Beitrag zur Wärmepumpen-Förderung. Was eine Wärmepumpe je nach Art kostet und was echte Angebote 2026 ausmachen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe Kosten 2026.

Laufende Kosten: die Rechnung pro Kilowattstunde Wärme

Ob eine Wärmepumpe im Betrieb günstiger ist, hängt vom Verhältnis zwischen Strompreis, Jahresarbeitszahl (JAZ) und Ihrem Gaspreis ab. Eine einfache Vergleichsgröße sind die Kosten pro Kilowattstunde Wärme: Strompreis geteilt durch JAZ.

Mehr dazu: Die 7 größten Irrtümer über Wärmepumpen.

Beispielrechnung mit belegten Werten: Luft-Wärmepumpen erreichten im Feldtest des Fraunhofer ISE im Mittel eine JAZ von 3,4. Wärmepumpentarife liegen laut 42watt bei etwa 18 bis 28 ct/kWh Arbeitspreis. Daraus ergeben sich rund 5,3 bis 8,2 ct pro Kilowattstunde Wärme, jeweils zuzüglich Grundpreis. Mit dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh (BDEW, inklusive Grundpreis) wären es rund 10,9 ct.

Diesen Wert vergleichen Sie mit dem Arbeitspreis pro Kilowattstunde auf Ihrer Gasrechnung. Weil ein Gaskessel Verluste hat, ist der Vergleich für die Gasheizung eher günstig gerechnet. Zusätzlich können Wärmepumpen nach § 14a EnWG reduzierte Netzentgelte erhalten; bei Modul 1 nennt die Bundesnetzagentur eine pauschale Reduzierung von 110 bis 190 € im Jahr. Wie Sie den Jahresverbrauch Ihrer Wärmepumpe schätzen, zeigt der Beitrag Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?

Tipp: Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen: Nehmen Sie den Gasverbrauch und den Arbeitspreis aus Ihrer letzten Abrechnung und vergleichen Sie ihn mit konkreten Wärmepumpentarifen in Ihrer Region. Das ist aussagekräftiger als jede Durchschnittsrechnung.

Klimabilanz und Wartung

Beim Klimaschutz ist der Unterschied deutlich. Die im Fraunhofer-Feldtest untersuchten Wärmepumpen im Bestand verursachten im Jahr 2024 um 64 % weniger CO2-Emissionen als eine Gasheizung (topagrar).

Auch bei den Nebenkosten gibt es Unterschiede. Für die Routinewartung einer Wärmepumpe nennt die Verbraucherzentrale etwa 150 bis 300 € pro Jahr zuzüglich Anfahrt und Arbeitszeit. Bei reinen Wärmepumpensystemen entfällt der Schornsteinfeger. Eine Gasheizung braucht ebenfalls Wartung, außerdem fallen Kosten für den Schornsteinfeger an, und der Gasanschluss verursacht einen eigenen Grundpreis.

Der Vergleich auf einen Blick

Kriterium Wärmepumpe Neue Gasheizung
Rechtslage erlaubt wieder erlaubt, ab 2029 mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe, ab 2040 60 %
Zuschuss nach BEG 30 % Grundförderung plus Boni, höchstens 80 % kein Zuschuss aus der Wärmepumpen-Förderung
Energiekosten pro kWh Wärme Strompreis geteilt durch JAZ Gaspreis plus Kesselverluste
CO2-Emissionen im Feldtest 64 % weniger als Gas Referenzwert
Wartung etwa 150 bis 300 € pro Jahr, kein Schornsteinfeger Wartung und Schornsteinfeger
Preisrisiko Strompreis Gaspreis, CO2-Preis, Bio-Anteil

Quellen: Stiftung Warentest (GModG), Stiftung Warentest (Förderung), Fraunhofer ISE, Verbraucherzentrale.

Für wen sich was eignet

Eine Wärmepumpe spricht vor allem dann für sich, wenn Ihr Haus mit moderaten Vorlauftemperaturen auskommt, Sie die Förderung nutzen können und langfristig planen. Auch ältere Häuser kommen infrage: Im Fraunhofer-Feldtest gab es keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz – mehr dazu im Beitrag Wärmepumpe im Altbau. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage lässt sich ein Teil des Heizstroms zusätzlich selbst erzeugen.

Eine neue Gasheizung kann kurzfristig günstiger erscheinen, etwa wenn ein Haus sehr hohe Vorlauftemperaturen braucht und eine Sanierung erst später ansteht. Sie sollten dann aber die Bio-Treppe und die offene Preisentwicklung fest einplanen. Eine unabhängige Energieberatung hilft, beide Varianten für Ihr Haus durchzurechnen.

Häufige Fragen

Darf ich wieder eine neue Gasheizung einbauen?

Ja. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ist die 65-%-Pflicht entfallen. Für neu eingebaute Gasheizungen gilt aber ab 2029 die schrittweise steigende Pflicht zu klimaneutralen Brennstoffen.

Muss ich meine alte Gasheizung austauschen?

Laut Stiftung Warentest ist das Betriebsverbot für alte Kessel entfallen. Einen gesetzlichen Austauschzwang aus diesem Grund gibt es damit nicht mehr.

Wird der Tausch einer Gasheizung gegen eine Wärmepumpe noch gefördert?

Ja. Selbstnutzer erhalten 30 % Grundförderung und beim Tausch einer funktionierenden Öl- oder Gasheizung derzeit 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, je nach Einkommen weitere Boni bis zu insgesamt 80 %.

Ist eine Wärmepumpe im Betrieb immer günstiger?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Jahresarbeitszahl, Stromtarif und Ihr Gaspreis. Teilen Sie den Strompreis durch die erwartete JAZ und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrem Gaspreis pro Kilowattstunde.

Fazit

Die Gesetzesreform hat die Gasheizung wieder zugelassen, aber nicht billiger gemacht. Wer neu fossil heizt, muss ab 2029 steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe einplanen und trägt das Preisrisiko für Gas und CO2. Die Wärmepumpe kostet mehr in der Anschaffung, wird aber mit bis zu 80 % gefördert, verursacht deutlich weniger CO2 und kann im Betrieb günstiger sein. Weil Klimageschwindigkeitsbonus und förderfähige Kosten ab Februar 2027 sinken, lohnt es sich, jetzt Angebote zu vergleichen – zum Beispiel über unsere Seite zur Wärmepumpe.

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