Was eine Photovoltaikanlage kostet, hängt vor allem von ihrer Größe ab: Je mehr Kilowatt-Peak (kWp) installiert werden, desto günstiger wird jedes einzelne kWp. Laut einer Auswertung echter Angebote durch die Verbraucherzentrale reicht der Durchschnitt von 2.090 €/kWp bei kleinen Anlagen bis 1.010 €/kWp bei Anlagen über 16 kWp. Hinzu kommen je nach Planung ein Stromspeicher, Zusatztechnik und laufende Kosten, die Sie von Anfang an mitdenken sollten.
Kurz gesagt: Was kostet Photovoltaik 2026?
- 10-kWp-Anlage ohne Speicher: im Schnitt rund 14.100 € (1.410 € pro kWp)
- Mit 6-kWh-Speicher: rund 17.160 €
- Kleine Anlagen (4–6 kWp): teurer pro kWp – rund 2.090 €
- Mehrwertsteuer: 0 % auf Anlage und Speicher
Durchschnitt aus echten Angeboten laut Verbraucherzentrale (Stand 28.08.2026). Ihr Preis kann stark abweichen – vergleichen Sie darum mehrere Angebote.
Was eine Solaranlage pro kWp kostet
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW hat 71 Angebote aus dem Zeitraum Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet. Die Preise gelten für die PV-Anlage ohne Speicher, Notstromfunktion und zusätzliche Elektroarbeiten (Stand 28.08.2026, Quelle: Verbraucherzentrale – Was kostet eine Photovoltaikanlage?).
| Anlagengröße | Durchschnittspreis pro kWp |
|---|---|
| 4 bis 6 kWp | 2.090 € |
| über 6 bis 8 kWp | 1.820 € |
| über 8 bis 9 kWp | 1.520 € |
| über 9 bis 10 kWp | 1.410 € |
| über 10 bis 12 kWp | 1.290 € |
| über 12 bis 14 kWp | 1.240 € |
| über 14 bis 16 kWp | 1.220 € |
| über 16 kWp | 1.010 € |
Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass die Angebote innerhalb jeder Größenklasse stark streuen. Die Tabelle zeigt deshalb vor allem, wie der Preis mit der Größe sinkt. Als Richtpreis für Ihr eigenes Dach taugt sie nicht.
Warum größere Anlagen pro kWp günstiger sind
Viele Kostenblöcke fallen unabhängig von der Anlagengröße an: Planung, Anfahrt, Gerüst, Anmeldung und der Anschluss an den Zählerschrank. Bei einer größeren Anlage verteilen sich diese Fixkosten auf mehr Module. Wenn Ihr Dach es zulässt, kann es daher sinnvoll sein, die Fläche gut auszunutzen, statt nur knapp für den heutigen Verbrauch zu planen. Wie Sie die passende Größe ermitteln, lesen Sie im Beitrag PV-Anlage richtig dimensionieren.
Andere Marktübersichten nennen niedrigere Werte
Nicht jede Quelle kommt auf dieselben Zahlen. Das Portal 42watt nennt zum Beispiel für 5 bis 10 kWp eine Spanne von 1.100 bis 1.400 €/kWp und für 10 bis 15 kWp von 970 bis 1.200 €/kWp, jeweils inklusive Montage. Diese Werte liegen deutlich unter der Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale und sind wegen unterschiedlicher Methodik nicht direkt vergleichbar. Für Sie heißt das: Entscheidend ist nicht ein Durchschnittswert aus dem Internet, sondern der Vergleich konkreter Angebote für Ihr Haus.
Was ein Stromspeicher zusätzlich kostet
Auch bei Batteriespeichern sinkt der Preis pro Kilowattstunde Kapazität mit der Größe. Für Speicher, die zusammen mit einer PV-Anlage installiert wurden, ermittelte die Verbraucherzentrale aus 70 Angeboten folgende Durchschnittswerte (Stand 28.08.2026):
- 4 bis 6 kWh: 510 €/kWh
- über 6 bis 8 kWh: 480 €/kWh
- über 8 bis 10 kWh: 410 €/kWh
- über 10 bis 12 kWh: 390 €/kWh
- über 12 bis 16 kWh: 360 €/kWh
An anderer Stelle nennt die Verbraucherzentrale für Speicher ab 5 kWh eine Spanne von etwa 300 bis 700 €/kWh inklusive Installation, mit fallender Tendenz. Speicher mit Notstromfunktion kosten meist mehr. Größer ist dabei nicht automatisch besser: Als Faustregel gelten etwa 1,5 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, und die Kapazität sollte nicht viel größer sein als die PV-Leistung in kWp. Mehr dazu finden Sie unter Stromspeicher.
Beispielrechnung: Anlage mit und ohne Speicher
Die folgende Beispielrechnung nutzt ausschließlich die Durchschnittswerte der Verbraucherzentrale. Annahmen: ein Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Jahresverbrauch und eine PV-Anlage mit 10 kWp.
Mehr dazu: Photovoltaik für Einfamilienhäuser.
- PV-Anlage: 10 kWp × 1.410 €/kWp = 14.100 €
- Speichergröße nach Faustregel: 4.000 kWh ÷ 1.000 × 1,5 kWh = 6 kWh
- Speicher: 6 kWh × 510 €/kWh = 3.060 €
- Summe mit Speicher: 14.100 € + 3.060 € = 17.160 €
Ihr tatsächliches Angebot kann wegen der starken Streuung deutlich darüber oder darunter liegen. Zusatzleistungen wie ein neuer Zählerschrank oder eine Notstromfunktion sind in den Durchschnittswerten nicht enthalten.
Nebenkosten und laufende Kosten
Neben dem Kaufpreis gibt es Posten, die in vielen Kostenvergleichen untergehen:
- Messtechnik: Ab 7 kWp sind ein intelligentes Messsystem (iMSys) und eine Steuerbox Pflicht (Verbraucherzentrale – EEG 2023/24). Die gesetzliche Preisobergrenze liegt für Erzeugungsanlagen bis 15 kW bei 50 € brutto pro Jahr, für die Steuerbox kommen zusätzlich bis zu 50 € hinzu (Verbraucherzentrale – Smart Meter).
- Notstrom: Eine Notstromfunktion für einzelne Steckdosen kostet bei einem neuen Hybrid-Wechselrichter etwa 250 bis 500 € Aufpreis, eine Nachrüstung bis etwa 1.000 €. Ein Ersatzstromsystem für das ganze Haus kostet mehrere tausend Euro mehr (Stuttgarter Zeitung/dpa).
- Wechselrichter-Tausch: Module halten laut Verbraucherzentrale oft 20 bis 30 Jahre und mehr, ein Wechselrichter dagegen rund 15 Jahre (42watt – Lebensdauer Photovoltaik). Ein Ersatz während der Nutzungszeit ist also realistisch.
- Versicherung und Wartung: Prüfen Sie, ob Ihre Gebäudeversicherung die Anlage abdeckt, und fragen Sie im Angebot nach Wartungsoptionen.
Steuern und Förderung senken den Preis
Seit 2023 gilt für Kauf und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern ein Umsatzsteuersatz von 0 %. Einnahmen aus Anlagen bis 30 kW je Wohneinheit sind von der Einkommensteuer befreit. Die Montagekosten können Sie zudem als Handwerkerleistung geltend machen: 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € pro Jahr und Haushalt (Verbraucherzentrale – Steuervorteile). Wer finanzieren möchte, kann über den KfW-Kredit 270 bis zu 100 % der förderfähigen Kosten finanzieren; der Antrag muss vor Vorhabenbeginn über die Bank gestellt werden. Einen Überblick gibt der Beitrag Welche Förderungen gibt es für Photovoltaik?
Lohnt sich der Preis?
Ein hilfreicher Vergleichswert sind die Stromgestehungskosten, also die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde über die gesamte Lebensdauer. Für kleine PV-Dachanlagen liegen sie laut Fraunhofer ISE bei 6 bis 14 ct/kWh. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis betrug 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse 37,0 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist daher deutlich mehr wert als eingespeister Strom, für den es bei Inbetriebnahme ab 01.08.2026 bis 10 kWp bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung gibt (Verbraucherzentrale – EEG 2023/24). Wie sich daraus die Rendite ergibt, erklärt der Artikel Wie berechnet sich die Rendite einer Solaranlage?
So vergleichen Sie Preise richtig
Weil die Preise so stark streuen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, mehrere Angebote einzuholen. Achten Sie beim Vergleich auf folgende Punkte:
- Rechnen Sie jedes Angebot auf Euro pro kWp um, getrennt nach PV-Anlage und Speicher.
- Vergleichen Sie nur gleiche Leistungsumfänge: Gerüst, Zählerschrank, Anmeldung und Inbetriebnahme sollten überall enthalten oder überall gesondert ausgewiesen sein.
- Lassen Sie sich Datenblätter für Module, Wechselrichter und Speicher geben, inklusive nutzbarer Speicherkapazität.
- Prüfen Sie Garantien und Gewährleistung schriftlich.
- Fragen Sie nach, ob eine Ertragsprognose für Ihr Dach beiliegt.
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Häufige Fragen
Was kostet eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher?
Nach der Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale liegt der Durchschnitt für Anlagen über 9 bis 10 kWp bei 1.410 €/kWp, also rund 14.100 € für 10 kWp. Einzelne Angebote können deutlich abweichen.
Ist ein Speicher immer sinnvoll?
Nicht zwingend. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber zusätzlich. Die Verbraucherzentrale rechnet bei Batteriespeichern mit einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren, was Sie in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbeziehen sollten.
Muss ich auf den Anlagenpreis Mehrwertsteuer zahlen?
Nein. Für Kauf und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern gilt ein Umsatzsteuersatz von 0 %.
Warum unterscheiden sich Angebote so stark?
Dachform, Gerüstaufwand, Zustand des Zählerschranks, Komponentenwahl und regionale Auslastung der Betriebe beeinflussen den Preis. Deshalb ist der direkte Vergleich mehrerer Angebote wichtiger als jeder Durchschnittswert.
Fazit
Die Kosten einer Photovoltaikanlage sinken pro kWp deutlich mit der Größe, schwanken aber im Einzelfall stark. Planen Sie neben dem Anlagenpreis auch Speicher, Messtechnik und einen späteren Wechselrichtertausch ein, und nutzen Sie die steuerlichen Vorteile. Den besten Überblick verschafft Ihnen ein Vergleich mehrerer konkreter Angebote für Ihr Dach.
Mehr dazu: So sparen Sie Zeit bei der Angebotssuche und Solaranlage planen in 7 Schritten.
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