Eine Solaranlage plant man am besten in einer festen Reihenfolge: erst Dach und Verbrauch prüfen, dann Größe und Speicher festlegen, Regeln und Förderung klären und schließlich Angebote vergleichen. Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt in der Regel der Fachbetrieb. Die folgenden sieben Schritte zeigen, worauf es jeweils ankommt.
Schritt 1: Das Dach prüfen
Ausrichtung, Neigung, Fläche und Zustand des Dachs bestimmen, wie viel Strom die Anlage liefern kann. Laut Verbraucherzentrale ist eine Südausrichtung mit etwa 30° Neigung optimal. Pro kWp benötigen Sie etwa 5 bis 7 m² Dachfläche. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich Ausrichtung und Neigung auswirken:
| Dachsituation | Auswirkung auf den Ertrag |
|---|---|
| Süd, etwa 30° Neigung | Optimal |
| Neigung unter 25° oder über 60° | Bis etwa 10 % weniger Ertrag |
| Ost- oder Westdach | Weniger Ertrag übers Jahr, dafür über den Tag verteilt, was den Eigenverbrauch erhöht |
| Flachdach mit Aufständerung | Süd- oder Ost-West-Ausrichtung wählbar |
Auf Flachdächern bringt eine Aufständerung spürbar mehr: Auf 20 bis 25° geneigte Module erhalten laut Fraunhofer ISE etwa 15 % mehr Einstrahlung als horizontal liegende. Prüfen Sie außerdem Verschattung durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte sie vor der Montage erfolgen, denn die Module bleiben Jahrzehnte auf dem Dach. Details zu Dachformen lesen Sie im Beitrag Solaranlage auf dem Flachdach oder Schrägdach.
Schritt 2: Den Strombedarf ermitteln, heute und künftig
Ihre Jahresstromabrechnung zeigt den aktuellen Verbrauch. Mindestens genauso wichtig ist, was sich in den nächsten Jahren ändert. Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto erhöhen den Bedarf deutlich:
- Wärmepumpe: Die Verbraucherzentrale nennt als Faustformel den bisherigen Heizenergieverbrauch geteilt durch die erwartete Jahresarbeitszahl. Beispielrechnung: 20.000 kWh geteilt durch 3,4 ergibt rund 5.900 kWh Strom im Jahr.
- Elektroauto: In ADAC-Tests ab Januar 2026 lag der Verbrauch bei 14,8 bis 23,9 kWh pro 100 km (ADAC). Beispielrechnung mit 10.000 km im Jahr: etwa 1.480 bis 2.390 kWh zusätzlich.
Achten Sie auch darauf, wann Sie Strom verbrauchen. Wer tagsüber zu Hause ist oder das Auto mittags laden kann, nutzt mehr Solarstrom direkt. Laut einer Analyse der HTW Berlin steigert dynamisches Überschussladen den solaren Anteil am Ladestrom um etwa 25 Prozentpunkte gegenüber sofortigem Laden. Planen Sie deshalb eine passende Wallbox und ein Energiemanagement gleich mit.
Schritt 3: Anlagengröße und Speicher festlegen
Aus Dachfläche und Verbrauch ergibt sich die sinnvolle Größe. Die HTW Berlin zeigt in ihren Simulationen: Mit rund 1 kWp Leistung und 1 kWh Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch liegen Eigenverbrauch und Autarkie im Mittel bei über 50 %. Haushalte mit Wärmepumpe oder hohem Nachtverbrauch erreichen etwas weniger. Für den Speicher nennt die Verbraucherzentrale als Faustregel etwa 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch. Die Kapazität in kWh sollte nicht viel größer sein als die PV-Leistung in kWp.
Da größere Anlagen pro kWp günstiger sind, kann es sinnvoll sein, die Dachfläche gut auszunutzen. Mehr dazu im Beitrag PV-Anlage richtig dimensionieren.
Für eine erste Budgetplanung helfen die Durchschnittspreise aus der Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale (Stand 28.08.2026). Beispielrechnung für 10 kWp und einen 6-kWh-Speicher: 10 kWp mal 1.410 €/kWp ergibt 14.100 € für die Anlage, 6 kWh mal 510 €/kWh ergibt 3.060 € für den Speicher, zusammen rund 17.160 €. Die tatsächlichen Angebote können deutlich davon abweichen, da die Preise stark streuen.
Schritt 4: Einspeisung und Messtechnik klären
Entscheiden Sie, ob Sie überschüssigen Strom einspeisen (Teileinspeisung) oder den gesamten Strom ins Netz geben (Volleinspeisung). Für Inbetriebnahmen ab 01.08.2026 gelten laut Verbraucherzentrale bis 10 kWp 7,70 ct/kWh bei Teil- und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung. Die Volleinspeisung muss vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber gemeldet werden. Ab 7 kWp sind ein intelligentes Messsystem und eine Steuerbox Pflicht. Bis dieses Messsystem eingebaut ist, dürfen neue Anlagen laut BSW-Solar höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen.
Beachten Sie auch die geplante EEG-Novelle für 2027. Sie ist laut ADVANT Beiten vom Kabinett beschlossen, aber noch nicht vom Parlament verabschiedet. Anlagen mit Inbetriebnahme 2026 behalten laut Verbraucherzentrale die feste Vergütung für 20 Jahre.
Schritt 5: Finanzierung und Förderung planen
Für Kauf und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern gilt dauerhaft 0 % Umsatzsteuer. Einkünfte aus Anlagen bis 30 kW je Wohneinheit sind von der Einkommensteuer befreit, eine Anmeldung beim Finanzamt ist dann nicht nötig (Verbraucherzentrale). Wer finanzieren möchte, kann den zinsgünstigen KfW-Kredit 270 nutzen. Laut KfW-Merkblatt finanziert er bis zu 100 % der förderfähigen Kosten. Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn über eine Bank gestellt werden. Auch regionale Programme sollten Sie vor der Auftragsvergabe prüfen. Eine Übersicht gibt der Beitrag Welche Förderungen gibt es für Photovoltaik?
Tipp: Unterschreiben Sie keinen Auftrag, bevor alle Förderanträge gestellt sind. Viele Programme schließen Vorhaben aus, die bereits begonnen wurden.
Schritt 6: Angebote einholen und vergleichen
Holen Sie mehrere Angebote ein. Die Preise streuen laut Verbraucherzentrale innerhalb der Größenklassen stark, ein Vergleich wird deshalb ausdrücklich empfohlen. Achten Sie auf den Preis pro kWp, die genaue Bezeichnung der Komponenten, den Leistungsumfang mit Zählerschrank und Anmeldung sowie auf die Garantien. Gesetzlich haftet der Verkäufer fünf Jahre, Herstellergarantien gelten teils nur nach Registrierung. Über Photovoltaik-Angebote erhalten Sie bis zu drei Angebote geprüfter Fachbetriebe aus Ihrer Region. Eine Checkliste für den Vergleich bietet der Ratgeber PV-Angebot prüfen.
Schritt 7: Installation, Anmeldung und Inbetriebnahme
Nach der Auftragsvergabe übernimmt der Fachbetrieb in der Regel die Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Typische Abläufe auf dem Weg zur fertigen Anlage:
- Netzanschluss beim Netzbetreiber anmelden, meist durch den Installateur
- Montage von Unterkonstruktion, Modulen, Wechselrichter und gegebenenfalls Speicher
- Anpassung des Zählerschranks und Einbau des passenden Zählers durch den Messstellenbetreiber
- Inbetriebnahme und Übergabe von Protokoll, Datenblättern und Garantieunterlagen
- Registrierung der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur
- Registrierung der Geräte beim Hersteller, falls Garantien davon abhängen
Klären Sie vorab, welche dieser Schritte im Angebot enthalten sind und welche Sie selbst erledigen müssen. Rechnen Sie außerdem mit laufenden Kosten für den Zähler: Für ein intelligentes Messsystem an Erzeugungsanlagen bis 15 kW gilt laut Verbraucherzentrale eine Preisobergrenze von 50 € brutto im Jahr, eine Steuerbox kann weitere 50 € kosten.
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Häufige Fragen
Wie viel Dachfläche brauche ich für eine Solaranlage?
Laut Verbraucherzentrale etwa 5 bis 7 m² pro kWp. Für eine 10-kWp-Anlage sind das rechnerisch etwa 50 bis 70 m² nutzbare Fläche.
Lohnt sich ein Ost-West-Dach?
Ja, oft. Es liefert übers Jahr weniger Strom als ein Süddach, verteilt den Ertrag aber über den Tag. Das passt gut zu Haushalten, die morgens und abends viel Strom verbrauchen.
Wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an?
In der Regel der Fachbetrieb. Lassen Sie sich das im Angebot bestätigen und klären Sie, wer die Registrierung im Marktstammdatenregister übernimmt.
Brauche ich von Anfang an einen Speicher?
Nein. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, ist aber eine eigene Investition. Wer später nachrüsten möchte, sollte das bei der Wahl des Wechselrichters berücksichtigen lassen.
Muss ich die Anlage beim Finanzamt anmelden?
Für steuerbefreite Anlagen bis 30 kW je Wohneinheit ist laut Verbraucherzentrale keine Anmeldung beim Finanzamt nötig.
Fazit
Gute Planung beginnt mit dem Dach und dem Blick auf den künftigen Strombedarf. Daraus ergeben sich Anlagengröße und Speicher. Klären Sie dann Einspeisemodell, Messtechnik und Förderung, bevor Sie einen Auftrag unterschreiben. Mehrere vollständige Angebote sorgen dafür, dass Preis und Leistung stimmen, und der Fachbetrieb übernimmt die technische Anmeldung bis zur Inbetriebnahme.
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