Ein Photovoltaik-Angebot ist dann gut, wenn Preis, Komponenten und Leistungen vollständig aufgeschlüsselt sind und die Ertragsprognose auf realistischen Annahmen beruht. Mit den folgenden zehn Prüfpunkten erkennen Sie, ob ein Angebot fair kalkuliert ist, was darin fehlt und an welchen Stellen Sie beim Anbieter nachhaken sollten.
Preis: Was die Anlage pro kWp kosten darf
1. Preis pro kWp berechnen und einordnen
Teilen Sie den Preis der Anlage ohne Speicher durch ihre Leistung in Kilowatt-Peak (kWp). So werden Angebote unterschiedlicher Größe vergleichbar. Eine gute Orientierung bietet die Auswertung von 71 echten Angeboten aus dem Zeitraum Januar 2025 bis August 2026 durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale (Stand 28.08.2026). Die Durchschnittswerte gelten ohne Speicher, Notstromfunktion und zusätzliche Elektroarbeiten:
| Anlagengröße | Durchschnittspreis pro kWp |
|---|---|
| 4 bis 6 kWp | 2.090 € |
| über 6 bis 8 kWp | 1.820 € |
| über 8 bis 9 kWp | 1.520 € |
| über 9 bis 10 kWp | 1.410 € |
| über 10 bis 12 kWp | 1.290 € |
| über 12 bis 14 kWp | 1.240 € |
| über 14 bis 16 kWp | 1.220 € |
| über 16 kWp | 1.010 € |
Die Verbraucherzentrale betont, dass die Preise innerhalb jeder Größenklasse stark streuen. Die Tabelle zeigt vor allem, dass größere Anlagen pro kWp günstiger werden, und ist kein Richtpreis. Liegt Ihr Angebot deutlich darüber, fragen Sie nach den Gründen. Das kann zum Beispiel eine aufwendige Dachmontage, ein neuer Zählerschrank oder eine zusätzliche Leistung sein, die anderswo fehlt.
2. Speicher und Umsatzsteuer gesondert prüfen
Ein Batteriespeicher sollte als eigene Position mit Preis und nutzbarer Kapazität im Angebot stehen. Laut derselben VZ-Auswertung kosteten zusammen mit der PV-Anlage installierte Speicher durchschnittlich 510 €/kWh bei 4 bis 6 kWh und 360 €/kWh bei mehr als 12 bis 16 kWh. Kleine Speicher sind pro Kilowattstunde also teurer. Achten Sie außerdem auf die Umsatzsteuer: Für Kauf und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern gilt dauerhaft ein Steuersatz von 0 %, wie die Verbraucherzentrale zu den Steuervorteilen erläutert. Weist ein Angebot für die Anlage Mehrwertsteuer aus, sollten Sie nachfragen.
Technik und Leistungsumfang: Was im Angebot stehen muss
3. Komponenten eindeutig benannt
Ein seriöses Angebot nennt für jede Hauptkomponente Hersteller, genaue Typbezeichnung, Anzahl und Leistung. Das betrifft Module, Wechselrichter, Speicher, Unterkonstruktion und gegebenenfalls das Energiemanagement. Formulierungen wie „Markenmodule“ oder „gleichwertiger Wechselrichter“ machen einen Vergleich unmöglich. Fordern Sie die Datenblätter an und prüfen Sie, ob die Rechnung aufgeht: Anzahl der Module mal Modulleistung muss die angegebene Anlagenleistung ergeben.
Mehr dazu: Welche Solarmodule besonders langlebig sind.
4. Anlagengröße passend zu Dach und Verbrauch
Prüfen Sie, ob die Größe zu Ihrem Dach und Ihrem Strombedarf passt. Die Verbraucherzentrale nennt als Flächenbedarf etwa 5 bis 7 m² pro kWp. Für den Speicher gilt laut Verbraucherzentrale die Faustregel von etwa 1,5 kWh Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Die Speicherkapazität in kWh sollte zudem nicht viel größer sein als die PV-Leistung in kWp. Ein deutlich überdimensionierter Speicher ist ein typischer Kostentreiber. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag PV-Anlage richtig dimensionieren.
5. Montage, Zählerschrank und Anmeldung enthalten
Der Leistungsumfang entscheidet oft mehr über den Endpreis als die Module selbst. Klären Sie, ob diese Punkte enthalten sind:
- Gerüst, Montage der Unterkonstruktion und der Module
- DC- und AC-Verkabelung, Überspannungsschutz und Anschluss des Wechselrichters
- Umbau oder Erneuerung des Zählerschranks, falls nötig
- Anmeldung beim Netzbetreiber und Registrierung im Marktstammdatenregister
- Inbetriebnahme, Einweisung und Übergabe aller Unterlagen
Fragen Sie auch nach dem Messkonzept. Für Anlagen ab 7 kWp sind ein intelligentes Messsystem (iMSys) und eine Steuerbox Pflicht, wie die Verbraucherzentrale zum EEG erklärt. Bis ein solches Messsystem eingebaut ist, dürfen neue Anlagen unter 100 kW laut BSW-Solar höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen. Die laufenden Kosten verlangt der Messstellenbetreiber, nicht der Installateur. Laut Verbraucherzentrale liegt die Preisobergrenze für Erzeugungsanlagen bis 15 kW bei 50 € brutto im Jahr, für eine Steuerbox kommen bis zu 50 € hinzu.
Ertragsprognose: Realistisch oder geschönt?
6. Ertrag pro kWp plausibel
Fast jedes Angebot enthält eine Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsprognose. Prüfen Sie zuerst den angenommenen Jahresertrag pro kWp. In Deutschland sind laut ADAC 900 bis 1.300 kWh pro kWp und Jahr typisch, je nach Ausrichtung, Neigung und Standort. Ost- und Westdächer liefern übers Jahr weniger als Süddächer. Liegt die Prognose für ein Ost-West-Dach am oberen Ende dieser Spanne, sollten Sie sich die Berechnung erklären lassen.
7. Annahmen der Wirtschaftlichkeitsrechnung
Schauen Sie genau auf drei Stellschrauben, mit denen sich eine Rendite schönrechnen lässt:
- Eigenverbrauch: Ohne Speicher deckt ein typisches Einfamilienhaus laut Verbraucherzentrale etwa 25 bis 30 % seines Bedarfs selbst, mit Speicher bis etwa 70 %. Deutlich höhere Werte sind erklärungsbedürftig.
- Strompreis und Preissteigerung: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse bei 37,0 ct/kWh. Hohe jährliche Steigerungsraten lassen die Ersparnis größer erscheinen.
- Einspeisevergütung und Alterung: Für Anlagen mit Inbetriebnahme ab 01.08.2026 gibt es bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh bis 10 kWp (Verbraucherzentrale). Für 2027 ist eine EEG-Reform geplant; der Kabinettsentwurf ist noch nicht von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Die Modulalterung sollte eingerechnet sein; das Fraunhofer ISE rechnet mit 0,5 % pro Jahr.
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Garantien und Gewährleistung
8. Garantien schriftlich und vollständig
Unterscheiden Sie zwischen gesetzlicher Gewährleistung und freiwilliger Garantie. Der Verkäufer haftet laut Verbraucherzentrale fünf Jahre gesetzlich. Herstellergarantien reichen von 10 bis über 20 Jahre, manche gelten jedoch nur nach Registrierung des Geräts. Bei Modulen ist laut 42watt eine Leistungsgarantie über 25 Jahre auf 80 bis 85 % der Nennleistung üblich, die Produktgarantie beträgt meist 10 bis 15 Jahre. Wechselrichter halten rund 15 Jahre, ein Austausch während der Laufzeit gehört also in die Kalkulation. Für Speicher geben Hersteller laut Verbraucherzentrale bis zu 10 Jahre Garantie, teils nur auf die Batterie selbst. Lassen Sie sich außerdem bestätigen, wer die Registrierung übernimmt.
Warnsignale, bei denen Sie vorsichtig werden sollten
9. Typische Alarmzeichen erkennen
Einige Muster tauchen in unseriösen Angeboten immer wieder auf:
- Zeitdruck: „Nur heute gültig“ oder angeblich knappe Förderkontingente sollen einen Vergleich verhindern.
- Pauschalpreis ohne Aufschlüsselung: Ein Gesamtpreis ist nicht per se problematisch, ohne Leistungsverzeichnis lässt er sich aber nicht prüfen.
- Hohe Vorkasse: Wer den Großteil vor der Montage verlangt, verlagert das Risiko einer Insolvenz oder Verzögerung auf Sie.
- Geschönte Prognose: sehr hohe Erträge, unrealistischer Eigenverbrauch oder steile Strompreissteigerungen.
- Teure Zusatzpakete: Eine Notstromfunktion lohnt sich laut Finanztip für die meisten Haushalte nicht. Eine Strom-Cloud ist laut ADAC für die meisten Haushalte nicht wirtschaftlich.
Tipp: Vereinbaren Sie einen Zahlungsplan nach Baufortschritt. Der größte Teil sollte erst fällig werden, wenn die Anlage montiert ist, und ein Restbetrag erst nach Inbetriebnahme und Übergabe aller Unterlagen.
Mehrere Angebote nebeneinanderlegen
10. Vergleich auf gleicher Basis
Weil die Preise so stark streuen, empfiehlt die Verbraucherzentrale ausdrücklich, mehrere Angebote zu vergleichen. Legen Sie diese nebeneinander und vergleichen Sie Punkt für Punkt: Preis pro kWp, Speicherpreis pro kWh, Komponenten, Leistungsumfang, Garantien und die Annahmen der Prognose. Fehlt in einem Angebot etwa der Zählerschrank, ist es nur scheinbar günstiger. Über unsere Seite Photovoltaik-Angebote erhalten Sie bis zu drei Angebote geprüfter Fachbetriebe aus Ihrer Region. Wenn Sie bereits ein Angebot vorliegen haben, hilft Ihnen unser Angebotscheck bei der Einordnung.
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Häufige Fragen
Was darf eine PV-Anlage pro kWp kosten?
Laut Angebotsauswertung der Verbraucherzentrale lag der Durchschnitt bei 1.410 €/kWp für über 9 bis 10 kWp und bei 1.290 €/kWp für über 10 bis 12 kWp, jeweils ohne Speicher. Die Werte streuen stark und sind kein Richtpreis.
Muss im Angebot Mehrwertsteuer stehen?
Nein. Für Kauf und Installation von PV-Anlagen und Batteriespeichern gilt ein Umsatzsteuersatz von 0 %. Weist ein Angebot für diese Positionen Mehrwertsteuer aus, fragen Sie nach.
Ist ein Pauschalpreis automatisch unseriös?
Nein. Er sollte aber mit einem Leistungsverzeichnis hinterlegt sein, das Komponenten, Montage, Zählerschrank und Anmeldung konkret benennt. Nur dann können Sie ihn mit anderen Angeboten vergleichen.
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Mehrere. Erst im Vergleich erkennen Sie, ob Preis und Leistungsumfang marktüblich sind und welche Positionen in einzelnen Angeboten fehlen.
Fazit
Ein PV-Angebot lässt sich mit überschaubarem Aufwand prüfen: Rechnen Sie den Preis pro kWp aus, prüfen Sie Komponenten und Leistungsumfang, hinterfragen Sie die Annahmen der Prognose und lassen Sie sich alle Garantien schriftlich geben. Zeitdruck, hohe Vorkasse und fehlende Aufschlüsselung sind klare Warnsignale. Am meisten Sicherheit gibt der direkte Vergleich mehrerer vollständiger Angebote.
Mehr dazu: So sparen Sie Zeit bei der Angebotssuche und Solaranlage planen in 7 Schritten.


