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Wie viel Solarstrom braucht ein Elektroauto?

Wie viel Solarstrom benötigt ein Elektroauto beim Laden mit Photovoltaikanlage und Wallbox 2026

Ein Elektroauto braucht je nach Modell und Fahrleistung grob 1.500 bis 3.600 kWh Strom im Jahr, wenn man von 10.000 bis 15.000 km ausgeht. Rechnerisch entspricht das etwa 1,1 bis 4 kWp zusätzlicher Photovoltaikleistung. Wie viel davon das Auto tatsächlich direkt vom Dach lädt, hängt aber vor allem von der Steuerung und von Ihrem Alltag ab.

Wie viel Strom ein Elektroauto verbraucht

Der Verbrauch eines Elektroautos wird in Kilowattstunden pro 100 Kilometer angegeben. Der ADAC-Verbrauchstest zeigt, wie groß die Unterschiede sind: Das sparsamste Modell kam auf 13,4 kWh pro 100 km, ein älteres Testfahrzeug aus dem Jahr 2021 auf 28,8 kWh. In den Tests ab Januar 2026 lagen die Werte zwischen 14,8 und 23,9 kWh pro 100 km.

Einen Durchschnittswert nennt der ADAC nicht. Zudem gilt seit 2026 ein geändertes Testverfahren, ältere und neuere Messungen sind daher nur eingeschränkt vergleichbar. Für Ihre eigene Rechnung ist ohnehin der Verbrauch Ihres Fahrzeugs am aussagekräftigsten. Ihn können Sie im Bordcomputer oder in der Lade-App ablesen. Neben der Fahrzeuggröße spielen Fahrweise, Tempo auf der Autobahn und das Heizen im Winter eine Rolle.

Fahrleistung: der zweite große Faktor

Den Jahresstrombedarf ermitteln Sie mit einer einfachen Formel: gefahrene Kilometer pro Jahr ÷ 100 × Verbrauch in kWh pro 100 km. Für die folgende Beispielrechnung nutzen wir die Spanne von 10.000 bis 15.000 km pro Jahr, die auch die HTW Berlin in ihrer Auswertung des solaren Ladens betrachtet hat, sowie die ADAC-Testwerte von 14,8 und 23,9 kWh pro 100 km.

Wie viel kWp braucht das Auto?

Eine Photovoltaikanlage erzeugt in Deutschland laut ADAC typischerweise 900 bis 1.300 kWh pro kWp und Jahr, je nach Ausrichtung, Neigung und Standort. Teilt man den Strombedarf des Autos durch diesen Ertrag, erhält man die rechnerisch nötige Zusatzleistung.

Beispielrechnung (Annahmen: Fahrleistung 10.000 oder 15.000 km pro Jahr, Verbrauch 14,8 oder 23,9 kWh pro 100 km, Ertrag 1.300 kWh/kWp an einem sehr guten bzw. 900 kWh/kWp an einem weniger guten Standort; Ladeverluste und Standby-Verbrauch nicht berücksichtigt):

Fahrleistung Verbrauch Strombedarf pro Jahr Nötige PV-Leistung bei 1.300 kWh/kWp Nötige PV-Leistung bei 900 kWh/kWp
10.000 km 14,8 kWh/100 km 1.480 kWh ca. 1,14 kWp ca. 1,64 kWp
10.000 km 23,9 kWh/100 km 2.390 kWh ca. 1,84 kWp ca. 2,66 kWp
15.000 km 14,8 kWh/100 km 2.220 kWh ca. 1,71 kWp ca. 2,47 kWp
15.000 km 23,9 kWh/100 km 3.585 kWh ca. 2,76 kWp ca. 3,98 kWp

Für die Fläche rechnet die Verbraucherzentrale mit etwa 5 bis 7 m² pro kWp. In unserem Beispiel bräuchte das Auto also zwischen rund 5,7 m² (1,14 kWp × 5 m²) und knapp 28 m² (3,98 kWp × 7 m²) zusätzliche Modulfläche.

Warum die Jahresbilanz nicht alles ist

Die Tabelle zeigt eine reine Jahresbilanz: So viel Strom erzeugt die Anlage übers Jahr, wie das Auto verbraucht. Das heißt aber nicht, dass das Auto ausschließlich mit Solarstrom fährt. Im Sommer erzeugt die Anlage viel mehr, als das Auto aufnehmen kann, im Winter deutlich weniger. Und tagsüber steht das Auto häufig nicht zu Hause.

Wie groß der tatsächlich solar gedeckte Anteil ist, hat die HTW Berlin in 730 Haushalten untersucht. Bei 10.000 bis 15.000 km pro Jahr deckten Anlagen mit 5 bis 10 kW etwa 46 % des Ladebedarfs mit Solarstrom, Anlagen mit 15 bis 20 kW etwa 62 %. Dynamisches Überschussladen erhöhte den Solaranteil gegenüber sofortigem Laden um rund 25 Prozentpunkte, ein Heimspeicher im Mittel nur um rund 9 Prozentpunkte.

Was den Solaranteil erhöht

  • Eine Wallbox mit Überschussladen, die sich nach der aktuellen Erzeugung richtet
  • Laden möglichst dann, wenn das Auto mittags zu Hause steht, etwa im Homeoffice oder am Wochenende
  • Eine größere Anlage, die auch an trüben Tagen genug Überschuss liefert
  • Ost-West-Ausrichtung, die den Ertrag gleichmäßiger über den Tag verteilt

Ladeverluste und Standby einrechnen

Nicht jede erzeugte Kilowattstunde landet im Akku. Laut HTW Berlin erreichten bei 1,4 kW Ladeleistung nur etwa 76 % der Solarenergie die Fahrzeugbatterie, bei 11 kW etwa 90 %. Der ADAC beziffert die Ladeverluste an einer Wallbox auf etwa die Hälfte der Verluste an der Haushaltssteckdose. Wer regelmäßig an der Steckdose lädt, braucht also mehr Strom für dieselbe Strecke.

Auch die Wallbox selbst verbraucht Strom: Im Standby sind es laut HTW bis zu 20 W, das entspricht rund 164 kWh im Jahr. Bei einem Ertrag von 900 kWh/kWp wären das allein rund 0,18 kWp. Ein sparsames Gerät lohnt sich also. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, lesen Sie auf unserer Seite zur Wallbox.

Die Gesamtanlage richtig dimensionieren

In der Praxis wird selten eine Anlage nur für das Auto geplant. Sinnvoller ist es, den gesamten Bedarf zu betrachten: Haushaltsstrom, Elektroauto und gegebenenfalls eine Wärmepumpe. Da die Dachfläche begrenzt ist, lohnt es sich meist, sie möglichst gut auszunutzen.

Ein Argument dafür liefert die Preisstruktur. Laut einer Auswertung von 71 Angeboten durch die Verbraucherzentrale sinkt der Preis pro kWp mit der Anlagengröße deutlich: von 2.090 € je kWp bei 4 bis 6 kWp auf 1.290 € je kWp bei über 10 bis 12 kWp. Die Angebote streuen innerhalb der Größenklassen allerdings stark, die Werte sind daher keine Richtpreise. Wie Sie die passende Größe ermitteln, erklärt unser Beitrag PV-Anlage richtig dimensionieren.

Tipp: Notieren Sie über einige Wochen den Verbrauch aus dem Bordcomputer und Ihre tatsächliche Fahrleistung. Mit diesen beiden Werten kann ein Fachbetrieb die Anlage deutlich genauer planen als mit Pauschalannahmen.

Häufige Fragen

Wie viele kWh braucht ein Elektroauto auf 100 km?

In den ADAC-Tests ab Januar 2026 lagen die Werte zwischen 14,8 und 23,9 kWh pro 100 km. Einen offiziellen Durchschnittswert gibt es nicht.

Wie viel kWp brauche ich zusätzlich für mein E-Auto?

Bei 10.000 bis 15.000 km pro Jahr und den ADAC-Verbrauchswerten ergeben sich rechnerisch etwa 1,1 bis 4 kWp, je nach Verbrauch und Standort. Für eine genaue Planung zählen Ihr tatsächlicher Verbrauch und der Ertrag Ihres Dachs.

Wie viel Strom erzeugt 1 kWp im Jahr?

Laut ADAC typischerweise 900 bis 1.300 kWh, abhängig von Ausrichtung, Neigung und Standort. Das Simulationsmodell der HTW Berlin rechnet als Referenz mit 1.024 kWh pro kWp für ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit 35 Grad Neigung in Brandenburg. Wie viel Ihr Dach liefert, kann ein Fachbetrieb bei der Planung genau ermitteln.

Kann ich mein Auto komplett mit Solarstrom laden?

Über das ganze Jahr kaum. In der HTW-Auswertung lag der solar gedeckte Anteil bei etwa 46 % (Anlagen mit 5 bis 10 kW) bzw. 62 % (15 bis 20 kW). Vor allem im Winter wird zusätzlich Netzstrom gebraucht.

Brauche ich einen Speicher für das Laden mit Solarstrom?

Nicht zwingend. Ein Heimspeicher erhöhte den solaren Ladeanteil laut HTW im Mittel nur um rund 9 Prozentpunkte, eine intelligente Überschusssteuerung dagegen um rund 25 Prozentpunkte.

Fazit

Ein Elektroauto erhöht den Strombedarf eines Haushalts spürbar, aber überschaubar: Bei 10.000 bis 15.000 km sind es grob 1.500 bis 3.600 kWh im Jahr, rechnerisch rund 1,1 bis 4 kWp Photovoltaikleistung. Entscheidend für die Ersparnis ist, wie viel davon wirklich direkt vom Dach in den Akku fließt. Planen Sie Auto, Wallbox und Anlage deshalb gemeinsam. Grundlagen finden Sie auf unserer Seite E-Auto laden, und wie viel Sie mit eigenem Solarstrom sparen können, zeigt unser Rechner unter Ersparnis berechnen.

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