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Wärmepumpe bei Stromausfall: Was passiert und was hilft?

Wärmepumpe bei Stromausfall: Bei Stromausfall – Wärmepumpe steht

Bei einem Stromausfall bleibt eine Wärmepumpe stehen, denn Verdichter, Pumpen und Regelung brauchen Strom. Für die meisten Haushalte ist das kein großes Problem: Ein gut gedämmtes Haus kühlt nur langsam aus, und Haushalte in Deutschland sind im Schnitt nur wenige Minuten pro Jahr ohne Strom – 2023 waren es laut Bundesnetzagentur knapp 13 Minuten je Haushalt, wie Finanztip berichtet. Wichtig ist, einen echten Ausfall von der gesetzlich geregelten Drosselung durch den Netzbetreiber zu unterscheiden.

Was bei einem Stromausfall passiert

Fällt das Netz aus, schaltet die Wärmepumpe ab. Es wird keine neue Wärme erzeugt, und auch die Umwälzpumpen stehen still. Das gilt übrigens genauso für Öl- und Gasheizungen: Auch sie brauchen Strom für Brenner, Pumpen und Regelung und fallen bei einem Netzausfall ebenfalls aus.

Die Räume werden dadurch nicht schlagartig kalt. Wände, Decken und vor allem ein Estrich mit Fußbodenheizung speichern viel Wärme. Ist ein Pufferspeicher vorhanden, enthält auch er noch warmes Wasser, ebenso der Warmwasserspeicher. Wie schnell die Temperatur sinkt, hängt von Dämmung, Außentemperatur und Bauweise ab. Bei kurzen Ausfällen merken die Bewohner meist gar nichts.

Kommt der Strom zurück, startet die Wärmepumpe in der Regel selbstständig wieder. Manche Anlagen zeigen danach eine Fehlermeldung an oder brauchen eine Quittierung. Es lohnt sich, das Verhalten Ihrer Anlage einmal mit dem Fachbetrieb durchzugehen.

Wie wahrscheinlich ist ein längerer Ausfall?

Das deutsche Stromnetz gilt als sehr zuverlässig. Die Bundesnetzagentur erfasst die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Haushalt; für 2023 lag sie laut Finanztip bei knapp 13 Minuten im ganzen Jahr. Ausfälle sind meist kurz und lokal begrenzt, etwa nach Bauarbeiten oder Unwettern. Längere, großflächige Ausfälle sind selten. Sinnvoll ist es trotzdem, für den Ernstfall vorbereitet zu sein – vor allem in Regionen mit strengen Wintern oder bei Häusern mit empfindlichen Bewohnern.

Frostschutz: das eigentliche Risiko bei langen Ausfällen

Kritisch kann ein mehrstündiger Ausfall bei strengem Frost werden – weniger wegen der Raumtemperatur als wegen der Technik. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen in Monoblock-Bauweise führen wasserführende Leitungen vom Haus zum Außengerät. Steht das Wasser darin bei Minusgraden still, kann es im Extremfall einfrieren und Bauteile beschädigen.

Fachbetriebe beugen dem mit verschiedenen Maßnahmen vor, etwa mit Frostschutzmitteln im Außenkreis, gut gedämmten Leitungen oder automatisch öffnenden Frostschutzventilen. Bei Split-Geräten führen dagegen Kältemittelleitungen nach draußen, bei Erdwärmeanlagen zirkuliert ohnehin ein frostsicheres Sole-Gemisch. Fragen Sie bei der Planung gezielt nach, wie Ihre Anlage gegen Frost bei Stromausfall geschützt ist. Weitere Hinweise für die kalte Jahreszeit finden Sie im Beitrag Wärmepumpe im Winter effizient betreiben.

Drosselung nach § 14a EnWG ist kein Stromausfall

Seit dem 01.01.2024 gelten für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen die Regeln des § 14a EnWG (Bundesnetzagentur). Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohender Überlastung des Netzes vorübergehend reduzieren. Laut Verbraucherzentrale wird die Leistung dabei nur gedrosselt, mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar. Ihre Heizung läuft also weiter, nur mit geringerer Leistung.

Im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Bei Modul 1 gibt es eine pauschale Reduzierung, die die Bundesnetzagentur mit 110 bis 190 € pro Jahr beziffert (Stand 2023); bei Modul 2 ist der Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 % niedriger. Für Altanlagen mit Inbetriebnahme bis Ende 2023 gilt eine Übergangsregel: Sie können laut Verbraucherzentrale bis Ende 2028 in der alten Regelung bleiben. Voraussetzung für die Steuerung ist ein intelligentes Messsystem – mehr dazu im Beitrag Smarte Stromzähler einfach erklärt.

Situation Was mit der Wärmepumpe passiert Was Sie tun sollten
Stromausfall im Netz Anlage steht still, Wärme kommt aus Speichermassen Türen geschlossen halten, nach Rückkehr des Stroms Anlage prüfen
Drosselung nach § 14a EnWG Anlage läuft mit reduzierter Leistung, mindestens 4,2 kW nichts, die Regelung arbeitet automatisch
Sicherung oder Fehlerstromschalter ausgelöst Anlage steht still, das übrige Haus hat Strom Sicherung prüfen, bei erneutem Auslösen Fachbetrieb rufen

Quelle für die Drosselung: Verbraucherzentrale – Wärmepumpenstrom.

Notstrom und Ersatzstrom: Hilft die eigene Solaranlage?

Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass ihre Photovoltaikanlage bei einem Blackout einspringt. Ohne Zusatzausstattung ist das nicht der Fall: Eine PV-Anlage arbeitet nur mit der Netzspannung, bei einem Netzausfall liefert sie keinen Strom (Finanztip). Der Wechselrichter trennt die Anlage bei Netzstörungen automatisch. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, um Monteure am öffentlichen Netz zu schützen (Stuttgarter Zeitung/dpa).

Für eine Versorgung bei Ausfall braucht es einen Stromspeicher und eine inselfähige Technik. Dabei gibt es zwei Stufen:

  • Notstrom: versorgt einzelne festgelegte Steckdosen, meist bis etwa 3.000 W – genug für Kühlschrank, Router und Licht. Der Aufpreis liegt bei einem neuen Hybrid-Wechselrichter bei etwa 250 bis 500 €, eine Nachrüstung kann bis etwa 1.000 € kosten.
  • Ersatzstrom: versorgt das ganze Haus im Inselbetrieb mit automatischer Umschaltung, kostet aber mehrere tausend Euro mehr. Laut Energieberatung der Verbraucherzentralen ist das für Privathaushalte selten sinnvoll.

Quelle: Stuttgarter Zeitung/dpa. Auch Ersatzstrom ist durch die Leistung des Wechselrichters begrenzt; leistungsstarke Verbraucher funktionieren eventuell nur eingeschränkt, und Speicher und PV können leerlaufen, so die Verbraucherzentrale. Ob eine Wärmepumpe im Ersatzstrombetrieb laufen kann, hängt von ihrer Leistungsaufnahme, vom Wechselrichter und von der Speichergröße ab. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die PV-Anlage zudem am wenigsten. Mehr zum Verhalten von Solaranlagen lesen Sie im Beitrag Was passiert mit meiner Solaranlage bei einem Stromausfall?

Finanztip hält eine Notstromfunktion für die meisten Haushalte nicht für lohnend – Ausnahmen sind etwa Haushalte mit medizinischen Geräten.

Was Sie vorsorglich tun können

Mit wenigen Vorkehrungen sind Sie auch auf einen längeren Ausfall gut vorbereitet:

  • Lassen Sie sich vom Fachbetrieb erklären, wie die Anlage nach einem Stromausfall wieder anläuft und welche Meldungen normal sind.
  • Klären Sie, wie Leitungen und Außengerät gegen Frost geschützt sind.
  • Beschriften Sie die Sicherungen der Wärmepumpe im Zählerschrank.
  • Halten Sie bei einem Ausfall Türen und Fenster geschlossen, damit die gespeicherte Wärme im Haus bleibt.
  • Notieren Sie die Notfallnummer Ihres Fachbetriebs an der Anlage.

Tipp: Wenn Sie über ein Notstromaggregat nachdenken, lassen Sie den Anschluss ausschließlich von einer Elektrofachkraft mit einer passenden Umschalteinrichtung planen. Eine provisorische Verbindung kann Geräte beschädigen und Menschen am Netz gefährden.

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Häufige Fragen

Startet die Wärmepumpe nach einem Stromausfall von selbst?

In der Regel ja. Manche Anlagen zeigen aber eine Störung an, die quittiert werden muss. Prüfen Sie nach längeren Ausfällen das Display der Regelung.

Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe abschalten?

Nach § 14a EnWG darf er die Leistung drosseln, aber nicht vollständig abschalten. Laut Verbraucherzentrale bleiben mindestens 4,2 kW verfügbar.

Hilft ein Batteriespeicher bei Stromausfall?

Nur mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion. Ohne sie schaltet sich die gesamte PV-Anlage samt Speicher bei einem Netzausfall ab.

Wie lange bleibt das Haus warm?

Das hängt von Dämmung, Bauweise und Außentemperatur ab. Häuser mit Fußbodenheizung und gut gedämmter Hülle kühlen besonders langsam aus. Die meisten Stromausfälle sind ohnehin nach kurzer Zeit vorbei.

Fazit

Bei einem Stromausfall steht die Wärmepumpe still – wie jede andere Zentralheizung auch. Weil Ausfälle in Deutschland meist kurz sind und Häuser viel Wärme speichern, ist das selten ein Problem. Wichtiger sind ein guter Frostschutz für die Leitungen und das Wissen, dass die Drosselung nach § 14a EnWG kein Ausfall ist. Eine Notstromlösung über PV und Speicher ist möglich, lohnt sich aber nur in besonderen Fällen. Wenn Sie eine neue Anlage planen, erhalten Sie über unsere Seite zur Wärmepumpe bis zu drei Angebote geprüfter Fachbetriebe aus Ihrer Region.

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